Mitteilung

Das UKSH ist ENETS CoE

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) gehört ab sofort zu den Europäischen Spitzenzentren in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Neuroendokrinen Tumoren (NET; seit 2010 auch als Neuroendokrine Neoplasien (NEN) bezeichnet).
Die Europäische Neuroendokrine Tumor Gesellschaft (ENETS) hat im Rahmen ihrer Jahrestagung 2020 dem UKSH diese Auszeichnung verliehen.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Dominik M. Schulte am Campus Kiel, hat sich das NET-Team des UKHS über zwei Jahre darauf vorbereitet.
„Das UKSH ist die einzige Klinik im Norden Deutschlands, die Patientinnen und Patienten mit NET das komplette Spektrum an innovativer Diagnostik und moderner Therapie anbieten kann als essentielle Voraussetzung für eine individuelle und präzise Therapie“, sagt Prof. Dr. Dominik M. Schulte, stellvertretender Leiter des UKSH ENETS Centre of Excellence (CoE). 
NET gehören (noch) zu den seltenen Erkrankungen. In Schleswig-Holstein rechnen wir aktuell mit ca. 80-140 Neuerkrankungen pro Jahr.
NET sind eine sehr heterogene Gruppe von Tumoren, können in jedem Organ entstehen und weisen sehr unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeiten sowie Verteilungsmuster auf. Der Begriff NET rührt daher, dass die Tumorzellen Ähnlichkeiten mit Nerven- und Hormonzellen aufweisen. Dies erklärt auch, warum einige NETs Hormone produzieren können. Diese sind der Auslöser einer Vielzahl von klinischen Symptomen. Es werden die „funktionellen“ von den „nicht-funktionellen“ NET unterschieden. Am häufigsten werden NET im Magen-Darm-Trakt und in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) diagnostiziert (GastroEnteroPankreatische NETs – GEP NETs). Funktionelle Symptome sind oft unspezifisch und können über Jahre z.B. Durchfälle, Bauchschmerzen, Blähungen und unklare Beschwerden verursachen. Es kann deshalb eine lange Zeit bis zur Erstdiagnose vergehen.
Das zentrale Element in der Behandlung von NET ist ein so genanntes Interdisziplinäres Tumorboard. In wöchentlichen Fallkonferenzen sitzen NET-Experten aus allen Disziplinen zusammen und besprechen jeden einzelnen NET-Fall. Dabei werden Vorschläge für die zielstrebigste Diagnostik und optimale Behandlungswege erarbeitet.
Es ist immens wichtig, dass die betroffenen Patientinnen und Patienten in derartigen zertifizierten Zentren betreut werden, die nicht nur über ausreichende Erfahrung sondern auch über die komplette medizinische Technik für Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen verfügen.
Die Koordination für die Patientinnen und Patienten liegt im Aufgabenbereich des Lehrstuhls für Innere Medizin – Endokrinologie, Diabetologie und klinischer Ernährungsmedizin an der Klinik für Innere Medizin I am Campus Kiel.
 
Die Spezialsprechstunden für Neuroendokrine Tumore erreichen Sie unter:
          IMAC Ambulanz, Tel.: 0431/500-33450
          Privatsprechstunde, Tel.: 0431/500-22240
Mehr Informationen finden Sie unter:
          www.uksh.de/enets (aktuell in Bearbeitung)
          www.enets.org/coe_map.html
          www.netzwerk-net.de