Metabolische Entzündung

Inhaltlich liegt der wissenschaftliche Schwerpunkt unserer Arbeitsgruppe in der Erforschung der Zusammenhänge von Hormonen, Stoffwechsel und Entzündung, was auch als Metabolic Inflammation bezeichnet wird.

Übergewicht und Adipositas sind mit chronischen Entzündungsreaktionen verbunden. Diese Entzündungen sind an der Entstehung von typischen Folgeerkrankungen, wie Typ 2 Diabetes und Fettstoffwechselstörungen, wesentlich beteiligt. Unsere Arbeitsgruppe hat spezifische Entzündungszellen im Fettgewebe untersucht und unter anderem beschrieben, dass Makrophagen im Fettgewebe von Adipositaspatienten über das neue Zytokin wnt5a die Funktion von Adipozyten negativ beeinflussen (z. B. Bilkovski et al., Journal of Biological Chemistry, 2010). Seit etwa 2 Jahren dehnen wir unsere Untersuchungen auf andere Gewebe aus, wobei uns insbesondere die Regionen der Appetit- und Sättigungsregulation im Gehirn interessieren (z. B. Kreutzer et al., Diabetes, 2017).

In diesem Zusammenhang sei darauf hin gewiesen, dass wir aktuell versuchen über spezifische Veränderungen des Darm Mikrobioms die systemische Entzündung sowohl im Fettgewebe als auch im Gehirn günstig zu beeinflussen (z. B. Fangmann et al., Diabetes Care, 2018). Unsere Arbeitsgruppe verfolgt dabei einen „translationalen Ansatz“. Das bedeutet, dass wir nur Humanstudien oder zell- und molekularbiologische Arbeiten an humanen Gewebeproben durchführen, jedoch keine tierexperimentelle Untersuchungseinheit vorhalten. Dabei untersuchen wir zum Beispiel metabolische Veränderungen bei Menschen, die sich einer Anti-Zytokin-Antikörpertherapie unterziehen (z. B. Müller et al., Journal of Lipid Research, 2015) oder führen Studien mit unserer FoCus Kohorte durch (z. B. Ji et al., Nature Genetics, 2016).